Als Entwickler bauen wir nicht nur KI-Modelle, um Unternehmen zu analysieren, sondern wir schlüpfen auch in die Rolle aktiver Investoren. Während KI riesige Datenmengen verarbeiten kann, fehlt ihr die menschliche Seite – die Erfahrungen aus erster Hand, die wir bei der Besichtigung von Produktionsanlagen oder der Nutzung eines Produkts machen. Diese Einblicke helfen uns, ein Unternehmen auf eine Art und Weise zu bewerten, wie es die KI einfach nicht kann.
Heute stellen wir uns die Frage: Wie wichtig ist es, ein Produkt direkt zu erleben, wie z. B. das Essen einer Fluggesellschaft, wenn man eine Investitionsentscheidung trifft? Kann KI das Gefühl vollständig erfassen, oder ist die menschliche Note bei der Bewertung von Investitionen unersetzlich?
Die Vorspeise
Um in der komplizierten Welt der Investitionen umfassende Erkenntnisse über potenzielle Investitionsziele zu gewinnen, bedarf es mehr als oberflächlicher Beobachtungen. Als ich kürzlich eine Catering-Einrichtung einer Fluggesellschaft besuchte, stand ich in deren Catering-Küche und dachte über eine grundlegende Frage nach: Wie wichtig ist das unmittelbare Erleben der Qualität eines Produkts – wie z. B. die Verkostung von Bordverpflegung – für eine Investitionsentscheidung?

Die Vorspeise – Verkostung von Lebensmitteln bei Fluggesellschaften: Von der Economy bis zur First Class
Die einzigartigen Herausforderungen des Airline-Caterings
Die Airline-Catering-Branche steht an der faszinierenden Schnittstelle zwischen kulinarischer Kunstfertigkeit und betrieblicher Effizienz. Modernes Catering für Fluggesellschaften geht weit über die Zubereitung einfacher Mahlzeiten hinaus – es ist ein anspruchsvoller Betrieb, der außergewöhnliche Herausforderungen bewältigt:
- Die Mahlzeiten müssen Stunden im Voraus zubereitet werden und gleichzeitig frisch bleiben.
- Temperaturschwankungen muss standhalten werden.
- Strenge Lebensmittelsicherheitsstandards müssen eingehalten werden.
- Berücksichtigung verschiedener diätetischer und kultureller Präferenzen.
Bei der Entwicklung einer einzigen Mahlzeit an Bord eines Flugzeugs müssen zahlreiche Variablen berücksichtigt werden, von den Spezifikationen der Fluggesellschaft und den demografischen Merkmalen der Passagiere bis hin zu den Streckenmerkmalen und den gesetzlichen Vorschriften. Die Rezepte müssen für die Massenproduktion skalierbar sein, wieder aufgewärmt werden können und mit den beengten Platzverhältnissen in einer Flugzeugküche kompatibel sein. Jedes Gericht muss die Markenidentität einer Fluggesellschaft verkörpern und gleichzeitig die Ernährungsstandards erfüllen und die Passagiere begeistern – eine logistische und kulinarische Meisterleistung.

Die Hygienestandards sind hoch. Nicht nur Kittel, sondern auch Einwegschutz und eine vollständige Kopfbedeckung sind erforderlich. Anschließend durchlaufen Sie die Zugangskontrolle zur Hand- und Sohlendesinfektion.
Die Grenzen des kulinarischen Urteilsvermögens
Bei der Bewertung von Investitionen stützen sich KI-Modelle auf Daten – insbesondere auf Daten, die wertvolle Erkenntnisse über das jeweilige Problem liefern. Dies stellt eine Herausforderung dar, wenn es um sensorische Erfahrungen wie Geschmack geht. Schließlich ist Geschmack eine höchst subjektive, multidimensionale menschliche Wahrnehmung, die von Faktoren wie folgenden geprägt ist:
- Wechselwirkungen zwischen chemischen Verbindungen.
- Individuelle genetische Unterschiede.
- Kulturelle Einflüsse.
- Persönliche Erinnerungen.
Diese Komplexität macht es schwierig, Geschmack zu quantifizieren oder durch KI-Modelle zu bewerten. Dennoch hält die KI auf interessante Weise Einzug in die kulinarische Welt, von der Personalisierung von Rezepten durch den Austausch von Zutaten [1] bis hin zur Unterstützung von Köchen bei der kreativen Rezeptentwicklung [2] oder der Vorhersage von Geschmacksprofilen [3].
Für Airline-Caterer könnten sich KI-Anwendungen auf einfachere, aber wirkungsvolle Lösungen konzentrieren. So kann beispielsweise die Analyse von Lebensmittelabfällen anhand von Kamerabildern zurückgegebener Tabletts helfen, unbeliebte Gerichte zu identifizieren. Es bleibt jedoch die Frage, ob solche Erkenntnisse für Investoren zugänglich sind.
Müssen Investoren das Produkt verkosten?
Ist es also wirklich wichtig, die Qualität eines Produkts aus erster Hand zu erfahren? Oder anders gefragt: Behindert das Fehlen dieser Erfahrung fundierte Investitionsentscheidungen?
KI kann ein Gericht zwar nicht „schmecken“, aber sie kann die nachgelagerten Auswirkungen des Geschmacks anhand objektiver, messbarer Indikatoren bewerten. Obwohl die Zufriedenheit der Verbraucher auf subjektiven Erfahrungen beruht, zeigt sie sich in konkreten Signalen: Wiederholungskäufe, Kundenrezensionen, Umsatzvolumen und langfristige Unternehmensleistung.
Über den Geschmack hinaus: Datengesteuerte Metriken für die Verbraucherzufriedenheit
Wir argumentieren, dass die Verkostung eines Produkts – oder die Beurteilung seiner Qualität aus erster Hand – keine Voraussetzung für eine fundierte Investitionsentscheidung ist. Der Erfolg eines Catering-Unternehmens spiegelt sich letztlich in objektiven Metriken wider, die KI analysieren kann, um verwertbare Erkenntnisse zu liefer
- Verkaufsvolumen: Ein direkter Indikator für die Akzeptanz der Verbraucher.
- Neue Vertragsakquisitionen: Spiegelt das Vertrauen des Marktes und das Wachstumspotenzial wider.
- Kundenbindungsraten: Ein Beweis für konstante Leistung und Zufriedenheit.
- Indikatoren für die Markterweiterung: Signalisieren Skalierbarkeit und potenzielles Wachstum.
Wenn die Qualität des Essens mangelhaft ist, werden diese Kennzahlen unweigerlich darunter leiden. Durch die Analyse dieser quantitativen Signale verwandelt die KI subjektive Erfahrungen in messbare Erkenntnisse und bietet so ein zuverlässigeres und umfassenderes Bild des Potenzials eines Unternehmens, als es eine einzelne, kulturell geprägte Verkostungserfahrung bieten könnte.
Das große Finale: Wichtige Erkenntnisse für die Investorengemeinschaft
Für Investoren ist der Geschmack eines Produkts, wie z. B. das Essen einer Fluggesellschaft, nicht das entscheidende Kriterium für das Potenzial eines Unternehmens. Stattdessen liegen die wahren Erkenntnisse in messbaren Datenpunkten, die die Zufriedenheit der Verbraucher und den betrieblichen Erfolg widerspiegeln. Die Fähigkeit der KI, diese objektiven Signale zu analysieren, bietet einen entscheidenden Vorteil:
- Die Überwindung der Subjektivität: Direkte Sinneserfahrungen, wie das Probieren von Lebensmitteln, sind subjektiv und für fundierte Investitionsentscheidungen nicht notwendig.
- Das Folgen von Metriken: Indikatoren wie Umsatzvolumen, Kundenbindung und neue Vertragsabschlüsse sind weitaus zuverlässigere Maßstäbe für die Leistung und das Wachstumspotenzial eines Unternehmens.
- Die Nutzung von KI: Fortschrittliche KI-Tools können die Lücke zwischen subjektiven Erfahrungen und objektiven Erkenntnissen schließen und den Anlegern datengestützte Vorhersagen und umsetzbare Informationen liefern.
Im Wesentlichen beruhen erfolgreiche Investitionen nicht nur auf persönlichen Erfahrungen, sondern auch auf dem Verständnis quantifizierbarer Signale für Kundenzufriedenheit, operative Exzellenz und Marktvertrauen – Bereiche, in denen KI brillieren kann.

Das große Finale
Im Grunde genommen beruhen erfolgreiche Investitionen nicht nur auf persönlichen Erfahrungen, sondern auch auf dem Verständnis der quantifizierbaren Signale für Kundenzufriedenheit, operative Exzellenz und Marktvertrauen – Bereiche, in denen KI glänzen kann.
References:
1. Fazemi, B., et al. (2023). „Learning to Substitute Ingredients in Recipes“, arXiv:2302.07960.
2. Taneja, K., et al. (2023). „Monte Carlo Tree Search for Recipe Generation using GPT-2“, arXiv:2401.05199
3. Huang, T., et al. (2024). „FoodPuzzle: Developing Large Language Model Agents as Flavor Scientists“, arXiv:2409.12832